Seit sich mein Mann voll und ganz auf seine literarischen Fähigkeiten als Schriftsteller und Romanautor konzentriert hat, bleibt leider die ganze restliche Arbeit an mir hängen. Ich darf nicht nur den ganzen Haushalt schmeißen, also Kochen, Putzen, Waschen, Müll entsorgen, Einkaufen und Rechnungen bezahlen, sondern auch noch seine Sekretärin spielen.
Dazu gehören nun auch die Suche nach einem Verleger, das Versenden von Manuskripten und das Besorgen der nötigen Büroartikel. Am Anfang hatte mein Mann einzelne Teile seines Romans einfach wahllos an verschiedene Verlage geschickt und dabei natürlich nicht viel Erfolg geerntet. Ganz im Gegenteil wurden seine Texte, die er der Bequemlichkeit halber auch noch per Email versandte, als Buch abgelehnt. Dafür fanden sie sich aber kurze Zeit später, ungefragt auf irgendwelchen Seiten im Internet wieder. Gegen einige dieser geistigen Diebstähle konnte ich erfolgreich intervenieren und verbot meinem Mann in Zukunft solche unkontrollierten Aktionen.
Wir entschieden, sein Buch bzw. einzelne Kapitel als Leseprobe nur noch in ausgedruckter Form an die Verlage zu senden, auch wenn diese postwendend zurückkämen, weil man hier inzwischen nur noch per Email arbeitet. Ich besorgte mir im Internet jede Menge Toner billig und fand auch einen großen Restposten Druckerpapier, sodass wir ohne große Mühe und Kosten mehrere hundert Seiten seines Buches ausdrucken konnten. Diese ließ ich dann noch in einer Mappe binden, so dass das Manuskript schon fast wie ein echtes Buch aussah. Bisher haben wir zwar noch keinen Verleger gefunden, der sich auf ein so großes Projekt einlassen möchte, doch ein gewisses Interesse haben wir schon gespürt.