Frei erfunden und aufgeschrieben
So fing alles an: In seiner kleinen Mietwohnung im Potsdamer Holländerviertel sammelte der freie Journalist Horst P. alias Manuel Ende auf Tausenden von Karteikarten Ideen für einen neuen Roman, der so ziemlich alles bisher da gewesene sprengen sollte, sowohl an Einfallsreichtum, als auch an Länge und Vielschichtigkeit der Erzählperspektiven. Bislang hatte der fiktive Bruder des Autors der Unendlichen Geschichte im langweiligen Job eines „rasenden Reporters“ immer nur von Vorstandswahlen bei Kaninchenzüchtervereinen berichtet oder Pressemitteilungen über die neusten Aktionsangebote einer Kaufhauskette verfasst.
Doch eines Nachts, als Manuel intensiv von der schleichenden Eroberung der Erde durch extragalaktische Mikroorganismen geträumt hatte, wendete sich das Blatt: Zum Schreiben der leidigen Meldungen für den Lokalteil der Tagespresse schickte er fortan immer seine 16-jährige Tochter Claudia vor und schloss sich ganz in seinen vier Wänden ein, um sich von nun an ungestört seinem Jahrtausendprojekt widmen zu können. Auf seinen Karteikarten, Notizzetteln und Bierdeckeln kritzelte er jeden Geistesblitz nieder, der ihm für seine Unbändige Geschichte irgendwie tauglich erschien. Damit er dabei nicht die Übersicht verlor, ordnete er seine vielen Ideen und Skizzen in Kategorien wie „Märchenhaft/Fantasy“, „Krimi“ und „Science-Fiction“ an und bediente sich ihrer – je nach Bedarf – beim Basteln der ersten Kapitel.
Da er mit der Zeit jedoch bemerkte, dass sich bestimmte Erzählmuster immer wieder im Kreis zu drehen drohten, wurde ihm klar, dass er hin und wieder fremder Hilfe bedurfte: Spontane Ideen und Szenen, die nicht auf seinem eigenen Mist gewachsen waren, sondern aus der Distanz eines unbefangenen Kopfes frischen Wind in die atemberaubende Story bringen sollten. Damit wollte er aber nicht schon wieder Frau und Kinder – und erst recht nicht die argwöhnischen Nachbarn! – behelligen, und entschloss sich deshalb, über diesen Blog hier einen Ideenwettbewerb zu starten und die ersprießlichsten Einfälle mit der Verwendung in seinem Roman zu prämieren. Der Autor einer Idee soll dann, falls gewünscht, sogar in einer Fußnote erwähnt werden.
Als seine Frau, Privatsekretärin und rechte Hand rufe ich hier also zu zahl- und geistreichen Beiträgen auf, die der Geschichte meines Mannes das besondere Etwas oder vielleicht sogar die eine oder andere ungeahnte Wendung verleihen werden.
„Feel free to post your ideas“
Margit P.